Waititis Star-Wars-Film auf Eis: Lucasfilm hat keinen Plan
Sechs Jahre nach der Ankündigung liegt Taika Waititis Star-Wars-Film auf Eis, und Starfighter ist der einzige Kinofilm mit Starttermin. Lucasfilm braucht einen echten Fahrplan statt weiterer Pressemitteilungen.
KI-generiertes Bild
Wie viele Star-Wars-Filme kann man ankündigen, bevor die Ankündigungen selbst zum Produkt werden? Lucasfilm betreibt dieses Experiment seit Jahren, und das jüngste Ergebnis liegt vor: Taika Waititis Film, 2020 enthüllt, liegt auf Eis.
Ein Stopp ist die Art, wie Studios absagen, ohne „abgesagt“ zu sagen
Wie Variety berichtet, bestätigte Waititi bei der Werbung für andere Arbeiten, dass das seit 2020 in Entwicklung befindliche Projekt offiziell pausiert. Laut netzwelt sagte er (in der Formulierung des deutschen Mediums, hier übersetzt), der Film liege „komplett auf Eis“ und er versuche, an vier anderen Filmen zu arbeiten. Zudem arbeite er mit Lucasfilm an einem anderen gemeinsamen Projekt. Das Medium ergänzt, ein Drehbuch sei Berichten zufolge fertiggestellt gewesen, 2025 sei Tony McNamara hinzugekommen.
Waititi ließ eine Tür einen Spalt offen, denn jede Eiszeit geht irgendwann zu Ende, doch niemand verspricht ein Tauwetter, und einen Zeitplan gibt es nicht.
Seien wir ehrlich beim Vokabular. „Pausiert“ nach sechs Jahren, während der Regisseur vier andere Filme unter einen Hut bringen will, wirkt auf uns wie eine höfliche Art, ein Projekt versanden zu lassen. Ob Disney es je formell absagt, spielt kaum eine Rolle. Für das Publikum ist das praktische Ergebnis dasselbe: nichts, worauf man planen könnte.
Das Muster ist die Geschichte, nicht dieser eine Film
Das Problem ist nicht nur dieses Projekt. Netzwelt nennt weitere, die angekündigt und leise begraben wurden: das Projekt von Benioff und Weiss über die frühen Jedi sowie einen Film, den Kevin Feige produzieren sollte und der 2023 fallen gelassen wurde. Kritiker sähen, so das Medium, ein Muster: Beim ersten Anzeichen von Produktionsproblemen werde der Stecker gezogen, und auf Enttäuschungen an den Kinokassen reagiere man sehr empfindlich. Derselbe Beitrag bezeichnet The Mandalorian & Grogu in diesem Jahr als Flop.
Wir halten das für die eigentliche Geschichte. Es geht nicht darum, dass Waititi unzuverlässig wäre oder jede einzelne Idee zum Scheitern verurteilt gewesen sei. Ein Studio mit einer echten Roadmap lässt unseres Erachtens den Film eines Starregisseurs nicht sechs Jahre ohne sichtbaren Fortschritt treiben. Lucasfilm kündigt besser an, als es liefert, und wir vermuten, dass die Fans das bemerkt haben.
Starfighter trägt zu viel Gewicht
Laut demselben netzwelt-Beitrag ist der nächste Test im Kino Star Wars: Starfighter am 28. Mai 2027, angesiedelt fünf Jahre nach Episode IX, mit Ryan Gosling in der Hauptrolle. Der Rey-Film mit Daisy Ridley hat inzwischen zwar Jon Watts als Regisseur, war aber ursprünglich für Dezember 2026 angesetzt, und ein Drehbeginn ist nicht bekannt.
Das Bild: ein Film mit Termin, einer ohne und einer auf Eis. Das ist kein Programm. Es ist eine einzige Wette, an der viel Hoffnung hängt. Funktioniert Starfighter, wirkt das Franchise automatisch gesund. Stolpert der Film nach The Mandalorian & Grogu, könnte die beschriebene Nervosität im Konzern unserer Ansicht nach noch mehr Projekte einfrieren.
Gosling und ein frischer Winkel der Zeitlinie sind ein kluger Ansatz, so unser Argument, und gerade deshalb ist es riskant, dass es der einzige Film mit Termin ist. Ein Franchise sollte nicht bei jedem Start ein Referendum durchlaufen müssen.
Weniger Enthüllungen, mehr Starttermine
Was sollte Lucasfilm tun? Unser Rezept ist langweilig, und gerade deshalb würde es wirken: keine Regisseure mehr ankündigen, bevor es ein Drehbuch und ein Zeitfenster gibt, und einen Starttermin als Verpflichtung behandeln, nicht als Stimmung. Waititis Idee, die laut games.ch den Humor der Originalfilme zurückholen und dabei eine eigenständige Geschichte erzählen sollte, war womöglich durchaus einen Versuch wert. Wir werden es nie erfahren, und das ist der Preis früher Ankündigungen.
Das Fazit für Leser ist einfach. Freuen Sie sich auf Starfighter, behandeln Sie aber alles andere auf der Star-Wars-Filmliste als Versprechen samt Pressemitteilung, bis eine Kamera läuft. Waititis Film kehrt vielleicht eines Tages zurück. Solange Lucasfilm keinen Plan zeigt, ist Geduld die klügste Haltung für Fans und Schweigen der klügste Zug für das Studio, bis es etwas Echtes zu zeigen gibt.
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