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Ryusuke Hamaguchi: Die stille Suche des Meisters nach dem Sinn des Lebens

Ryusuke Hamaguchis „O Sentido da Vida“ verspricht eine tiefgründige Erkundung menschlicher Verbindungen und des Sinns, was seine einzigartige Position als nachdenklicher Filmemacher festigt.

Veröffentlicht
19. Oktober 2026
Lesezeit
2 min
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Foto: Daiei Onoguchi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Kann ein Filmemacher sich weiterhin entwickeln und überraschen, während er den Themen treu bleibt, die seine Kunst definieren? Mit der kürzlich veröffentlichten Trailer für „O Sentido da Vida“ (international bekannt als All of a Sudden) scheint Ryusuke Hamaguchi, der gefeierte japanische Regisseur, diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Nach dem weltweiten Erfolg seines Oscar-prämierten Drive My Car und des von der Kritik gefeierten Evil Does Not Exist sorgt Hamaguchis neuestes Werk bereits für großes Aufsehen, was durch seine Auswahl als Japans Beitrag für den Besten Internationalen Film bei den Oscars 2027 unterstrichen wird.

Der Film, ein zartes Drama mit Virginie Efira und Tao Okamoto – deren Darbietungen ihnen gemeinsam den Preis für die beste Schauspielerin in Cannes einbrachten – konzentriert sich auf Marie-Lou, die Leiterin einer Pflegeeinrichtung, und Mari, eine japanische Theaterregisseurin, die gegen Krebs kämpft. Ihre tiefe Freundschaft und ihr gemeinsamer Kampf bilden den Kern einer Erzählung, die als „lebensspendendes“ Kinoerlebnis beschrieben wird. O Sentido da Vida, dessen Veröffentlichung in den US-Kinos für den 25. November geplant ist, erweitert Hamaguchis Ruf für zutiefst humanistische Erzählungen, hier lose basierend auf dem Sachbuch You and I – The Illness Suddenly Get Worse von Makiko Miyano und Maho Isono.

Die Wiederbelebung des Dialogs in einer kontemplativen Landschaft

Hamaguchi wird seit Langem für seine akribisch ausgearbeiteten Erzählungen gefeiert, die oft von umfangreichen und tiefgründigen Dialogen getragen werden. Wie Omelete anmerkt, beinhaltet sein Ansatz eine zutiefst humanistische Vision, die potenziell erläuternde Dialoge in eine sorgfältige Erforschung menschlicher Erfahrungen verwandelt. Dies steht im Einklang mit seiner einzigartigen Methodik, bei der er Workshops mit seinen Darstellern durchführt, die sich auf das langsame, bewusste Lesen von Zeilen konzentrieren, bis die Schauspieler den Inhalt des Drehbuchs vollständig erfassen, eine Technik, die er durch die Beobachtung eines Dokumentarfilms über Jean Renoir lernte. Dieses Engagement für das gesprochene Wort ermöglicht es seinen Charakteren, eine erstaunliche Tiefe zu offenbaren, die oft den bloßen Text übersteigt.

Dies macht die Rückkehr zu einem dialogreichen Format in „O Sentido da Vida“ besonders bemerkenswert, insbesondere nach seinen früheren Arbeiten. Evil Does Not Exist zum Beispiel stellte eine Abkehr dar, indem es einen stilleren und kontemplativeren Ansatz verfolgte, bei dem visuelle Mittel und die physische Aktion der Charaktere Vorrang vor umfangreicher Sprache hatten. Hamaguchi selbst gab zu, sich selbst eine Herausforderung gestellt zu haben: zu sehen, wie lange er das Interesse des Publikums ohne Dialog aufrechterhalten konnte. Kritiker bemerkten seine Fähigkeit, durch subtile Nuancen und visuelle Erzählweisen eine tiefe emotionale Resonanz zu erzeugen, selbst in Abwesenheit expliziter Konversation.

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