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Moviesfera-Redaktion
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Shapiros „Confession“-Besetzung ist kein Coup, sondern ein Prüfversagen

Eine Starbesetzung für den Film eines parteiischen Podcasters sagt womöglich weniger über Ben Shapiros Anziehungskraft aus als darüber, wie wenig manche Schauspieler vor der Zusage nachfragen.

Veröffentlicht
22. Oktober 2026
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4 min
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Foto: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Ist es ein Casting-Coup, wenn eine der größten Überraschungen rund um die Filme eines Studios darin besteht, dass manche Schauspieler Berichten zufolge nicht wussten, wer sie bezahlt? Diese Frage steht über Confession, dem von Ben Shapiro geschriebenen Drama, das wie das prominenteste Projekt aussieht, das The Daily Wire je realisiert hat.

Zuerst die Fakten. Confession spielt 1938 im Moskau Stalins und wird vom tschechischen Regisseur Václav Marhoul inszeniert. Laut The Independent soll der Film im November auf DailyWire+ erscheinen, mit James Franco, Rob Lowe, Jennifer Jason Leigh und Nick Nolte in der Besetzung. Es ist Shapiros erster Drehbuchkredit. Parallel ist ein separater Streit entbrannt: Danny Trejo musste öffentlich erklären, er sei nicht „pro-ICE“, nachdem bekannt wurde, dass er in Pawn Shop von The Daily Wire die Hauptrolle spielt; sein Sohn sagte der Zeitung, sein Vater habe keine Ahnung gehabt, wer Shapiro ist.

Die Gagen-Verteidigung erklärt die Besetzung, nicht den Prozess

Salon argumentiert, es handle sich um eine „Comeback-Maschine“: Salon beschreibt ein Unternehmen, das für Billigproduktionen bekannte Namen gewinnt, während die Schauspieler jüngere Credits sammeln, die nach dem liegen, was sie aus dem Rampenlicht gedrängt hat. Das ist eine plausible Lesart für Franco, dessen Karriere nach den Vorwürfen von 2018 ins Stocken geriet, und für Jonathan Majors im früheren Run Hide Fight: Infidels. Es ist ein Geschäft, und ein altes: Salon selbst vergleicht es mit den Direct-to-Video-Jahren anderer Stars.

Ein Geschäft zwischen informierten Parteien ist jedoch etwas anderes als eines, bei dem die Identität der Gegenseite unklar bleibt. Showbiz411 berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, den Pawn Shop-Darstellern sei nicht gesagt worden, dass The Daily Wire beteiligt ist, und deutet an, bei einigen Confession-Darstellern könne es ähnlich sein. Das ist unbestätigt, und so sollten wir es behandeln. Nichts in den Unterlagen belegt, dass Lowe oder Leigh im Dunkeln gelassen wurden. Doch der Fall Trejo zeigt, wie es, wie sein Sohn ihn schildert, dazu kommen kann.

Den Arbeitgeber zu prüfen gehört zum Beruf

Unsere Sicht: Was auch immer die Fakten des jeweiligen Vertrags sind, „Ich wusste es nicht“ ist eine dünne Verteidigung für Profis, die Agenten, Manager und Anwälte beschäftigen. Wer einen Film finanziert, wofür er gedacht ist und wer ihn bewirbt, ist kein Kleingedrucktes. Das sind die ersten Fragen. The Daily Wire hat sein Ziel offen benannt: Mitgründer Jeremy Boreing, der das Unternehmen inzwischen verlassen hat, sagte, die Strategie sei, „Kultur zu machen, nicht nur Kultur zu kritisieren“. Dafür braucht man kein Recherche-Team.

Das ist kein Plädoyer, Schauspieler sollten nur für Gleichgesinnte arbeiten. Hollywood hat Idealisten und Söldner schon immer gemischt, und in einem Drama aus der Stalin-Zeit mit einer Botschaft über die „Übel des Kommunismus“, wie Shapiro es beschreibt, mitzuspielen, ist nicht illegal. Der Punkt ist enger: Man soll es wissentlich wählen und bereit sein, es zu erklären. Trejos Sohn sagte außerdem, sein Vater könne den Film nicht verlassen und auch nicht sagen, was er davon hält. Falls das stimmt, vermuten wir, dass das Problem in Vertragsbedingungen liegt, die vor der Unterschrift hätten geprüft werden müssen, auch wenn wir nicht wissen, was in seinem Vertrag steht.

Das Publikum darf fragen – die Antwort sollte nicht Empörung sein

Wir würden dem einfachen Reflex widerstehen, jeden Namen im Abspann zu boykottieren. Mehrere dieser Schauspieler werden im Netz kritisiert, und ein Teil davon kommt von Leuten, die den fertigen Film nicht gesehen haben. Fragen ist legitim, Unterstellen nicht. Der bessere Maßstab ist Transparenz: sagen, wer den Film produziert hat, warum man zugesagt hat und, falls man getäuscht wurde, auch das.

Es gibt zudem einen leiseren Punkt auf der kommerziellen Seite. Die Bilanz von The Daily Wire ist durchwachsen: Showbiz411 verweist auf bislang 27 % bei Rotten Tomatoes für Infidels, und The Independent schreibt, das angeblich 50 Millionen Dollar teure The Pendragon Cycle habe Mühe gehabt, sein Budget einzuspielen, während die Dokumentation Am I Racist? bei 3 Millionen Dollar Budget über 12 Millionen Dollar einspielte. Die Filme des Unternehmens können also ein Publikum finden. Unseres Erachtens ist der eigentliche Gewinn hier Glaubwürdigkeit, und große Namen sind das Mittel, sie zu kaufen.

Fazit

Confession wird bei Erscheinen wohl nach eigenen Verdiensten beurteilt, und der Trailer hat sicher Aufmerksamkeit erregt; Lowes Verwandlung löste viele Fan-Reaktionen aus. Wer neugierig ist, kann ihn sehen. Die Besetzungsliste sollte man aber als Information lesen, nicht als Gütesiegel. Für Schauspieler ist die Lehre billig und offensichtlich: Lesen, wer hinter dem Projekt steht, vor dem Vertrag, nicht nach dem Shitstorm. Für das Publikum ist die Frage „Wussten sie es?“ legitim. Eine klare Antwort zu akzeptieren, ist der erwachsene nächste Schritt.

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