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Moviesfera-Redaktion
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Colisión zeigt: Netflix kann einen spanischen Thriller über seine Besetzung verkaufen

Daniel Sánchez Arévalos Heist-Thriller wird mit einem von Zahera angeführten Ensemble und Genrehandwerk beworben, doch der direkte Netflix-Start hält ihn von Kinos und Preisen fern.

Veröffentlicht
31. Oktober 2026
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3 min
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Was braucht ein spanischer Film, um ein Netflix-Wochenende zu dominieren? Kein riesiges Budget und keinen Franchise-Namen. Nach dem Wirbel um Colisión zu urteilen, braucht er eine gute Grundidee, eine Besetzung, der man vertraut, und einen Regisseur, der bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Das ist passiert: Daniel Sánchez Arévalo, der das Drehbuch gemeinsam mit Ramón Campos geschrieben hat, brachte seinen ersten Thriller am 30. Oktober direkt bei Netflix heraus. Wie Digital Spy berichtet, beginnt der Film mit einem angeblich makellosen Coup im Herzen Madrids, den ein brutaler Autounfall ins Chaos stürzt. Die Pointe: Die Polizisten, die den Raub begangen haben, müssen ihn selbst untersuchen. Angeführt wird die Besetzung von Luis Zahera, dazu kommen Laia Costa, Karra Elejalde, Tamar Novas, Álvaro Cervantes und Lluís Homar.

Der Star ist das Marketing, und das ist eine kluge Wette

Schauen Sie, wie der Film in Spanien vermarktet wird. Viele Schlagzeilen stellen Luis Zahera voran, nennen dann das Ensemble und erwähnen daneben den Genrewechsel des Regisseurs. Spanische Medien wie Mundo Deportivo sagen bereits voraus, dass er das Wochenende dominieren werde, doch das ist eine Prognose, kein Ergebnis. Zuschauerzahlen liegen nicht vor, daher sollte niemand schon den Sieg ausrufen.

Dennoch halten wir die Strategie für richtig. Netflix kann kein Startwochenende an der Kinokasse vorweisen und braucht deshalb Gesichter, die als Versprechen funktionieren. Unserer Ansicht nach ist Zahera dieses Versprechen, ein Name, der Genre-Ernsthaftigkeit signalisiert. Ihn mit Elejalde, Costa und Cervantes zu umgeben, macht aus einem Titel ein Ereignis, ohne dass es mehr Spektakel braucht.

Genrehandwerk ist die eigentliche Nachricht

Das Interessanteste ist nicht die Besetzung, sondern der Ton der ersten Reaktionen. Der Kritiker Jerónimo José Martín sagte COPE, die Überraschung sei, wie gut alles gedreht sei. Dieser Satz sagt mehr, als es scheint. Er klingt nach Verwunderung, als sei es noch immer unerwartet, dass ein Streaming-Original gut gemacht ist. Die Kritiken in El País und Hobbyconsolas weisen, nach ihren Schlagzeilen zu urteilen, in dieselbe Richtung: ein kreativer, intelligenter, unterhaltsamer Thriller.

Sánchez Arévalo selbst beschrieb das Projekt als Achterbahnfahrt voller Action, Spannung und Wendungen und sagte, er wolle Geschichten erkunden, die nicht aus seinem eigenen Kopf stammen. Diese Bescheidenheit gefällt uns. Ein Regisseur, der sein gewohntes Fach verlässt und mit Campos als Co-Autor und Produzent eine Genregeschichte angeht, steht für die Erneuerung des spanischen Kinos. Zudem verlegt der Film den Coup in eine Wirtschaftskrise in Madrid, was ihm über die Mechanik hinaus etwas Biss verleiht.

Der Preis der Abkürzung ist ein stiller Abschied aus der Debatte

Nun zum unbequemen Teil. Ein solcher Film hätte im Kino vermutlich geblüht, mit einem Publikum, das bei den Wendungen nach Luft schnappt. Stattdessen lebt er auf dem Sofa und ist in einer Woche wahrscheinlich nur noch eine Kachel im Menü. Man vergleiche ihn mit La Bora Negra, den Netflix, wie Collider anmerkt, mit einem begrenzten Kinostart vor dem Streaming für die Oscars in Stellung bringt. Gleiche Plattform, andere Ambition.

Das ist der Widerspruch. Kinos bringen Prestige, Oscar-Berechtigung und ein längeres kulturelles Leben, und Netflix setzt sie nur selektiv ein. Ein handwerklicher Thriller wie Colisión bekommt das Wochenende und vielleicht den Algorithmus, aber weder den Kinosaal noch die Preisdebatte. Wir halten das für einen Verlust bei einem Film, dessen größte Tugend darin besteht, gut gemachtes Kino zu sein.

Anschauen und mehr als ein Wochenende verlangen

Unser Urteil: Wer Coup-Plots und unsichere Loyalitäten mag, findet in Colisión offenbar die sichere Wahl für dieses Wochenende – mit dem üblichen Vorbehalt, dass wir nach ersten Kritiken und der Prämisse urteilen, nicht nach einem eigenen Eindruck aus erster Hand. Und Netflix verdient Anerkennung für die Wette, dass Genrehandwerk und ein vertrauter Hauptdarsteller ein Original tragen können.

Doch der nächste Schritt liegt auf der Hand. Wenn ein direkt gestreamter Thriller so viel Aufmerksamkeit erzeugen kann, würde ein kurzes Kinofenster diese Aufmerksamkeit unserer Meinung nach in Nachhaltigkeit verwandeln. Bis dahin werden spanische Originale weiter Wochenenden gewinnen und das längere Spiel verlieren.

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