Tina Romero erbt die Zombie-Krone, und das ist die gute Art der Nachfolge
Ein Zombiefilm von George A. Romeros Tochter, mit Dragqueens und Glitzer, schlägt jeden Franchise-Reboot allein durch seinen Geist, auch wenn sein Biss fraglich bleibt.
KI-generiertes Bild
Was bedeutet es, das berühmteste Zombie-Erbe des Kinos anzutreten? In Hollywood heißt das meist: ein Rechtedeal, ein Reboot und eine Reihe von Fortsetzungen. Hier bedeutet es: eine Tochter, eine Lagerhalle in Brooklyn und jede Menge Glitzer. Wir finden das deutlich interessanter als ein weiteres Kinouniversum.
Queens of the Dead ist das Spielfilmdebüt von Tina Romero, Tochter von George A. Romero, dem Mann hinter Night of the Living Dead. Die Ausgangslage laut der Inhaltsangabe von Filmstarts: DJ Dre (Katy O'Brian) veranstaltet in einer Lagerhalle in Brooklyn eine große Dragshow-Party. Der Headliner sagt ab, die Toiletten sind verstopft. Dann bricht eine Zombie-Apokalypse aus, und die Club-Kids und Queens müssen ihre Rivalitäten beiseitelegen.
Der Film hatte 2025 beim Tribeca Festival Premiere und gewann dort laut Filmperlen den Publikumspreis. Shudder und IFC unterstützten ihn. Tina Romero schrieb das Drehbuch gemeinsam mit der Komikerin Erin Judge; als Kind hatte sie kleine Rollen in den Filmen ihres Vaters.
Eine Familiennachfolge schlägt eine Franchise-Übergabe
Romeros Zombies waren nie bloß Monster. Unserer Lesart nach waren sie ein Mittel, um zu zeigen, wer zusammen festsitzt, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Eine Gruppe von Außenseitern, verbarrikadiert in einem Club und gezwungen, mit einem rechten Klempner und verständnislosen Verwandten zusammenzuarbeiten, passt gut in diese Tradition. Diese Figurenkonstellationen sind, wie Kritiker sie beschreiben, nah an einer Romero-Vorlage, nur eben mit Pailletten.
Deshalb fühlt sich die Nachfolge für uns richtig an. Ein Studio, das fragt „Wie monetarisieren wir die Marke?“, bringt etwas anderes hervor als eine Tochter, die fragt „Was würde die Vorlage meines Vaters über meine Welt sagen?“. Laut Filmperlen macht der Film sogar seinen berühmtesten Satz, den an Barbara gerichteten, zu einem frechen Ausruf. Das ist liebevoll, nicht ehrfürchtig. Ein Erbe braucht unserer Meinung nach Zuneigung, kein Museum.
Aber der Biss ist die ganze Frage
Die These hat eine Bedingung, und auf sie kommt es an: Behält der Film Romeros Zähne? Die Meinungen gehen auseinander. Der Konsens von Rotten Tomatoes, der auf der Seite zitiert wird, nennt ihn „ein glühendes Zombie-Fest voller Humor und Herz“. Horror Society vergab 2,5 von 5 Punkten. Der Rezensent fand die Darstellungen ungleichmäßig, die Geschichte nach starkem Beginn verpuffend, die grauen, mit Glitzer bemalten Zombies enttäuschend und die Gore-Effekte zu knapp. Ein Reddit-Kommentator nannte ihn einen unterhaltsamen Queer-Film, aber einen schwachen Zombiefilm. Forenkommentare behandeln wir als Stimmungsbild, nicht als Beleg, doch die Kritik deckt sich mit der Rezension.
Das ist das Risiko. Romeros beste Arbeiten taten ein wenig weh. Wenn die Zombies nur Nebensache sind, wird der Film zur Partykomödie mit Monsterkulisse, und das Erbe-Argument wird dünn. Wir haben nicht genug gesehen, um zu sagen, dass es so gekommen ist, und wollen es nicht vortäuschen. Aber der Vorwurf, es fühle sich nicht wie ein echter Zombiefilm an, trifft bei einem Film mit diesem Nachnamen genau den wunden Punkt.
Wegen der Wärme sehen, nicht wegen des Schreckens
Man sollte den Film als persönliches Projekt beurteilen, nicht als „offizielle“ Fortsetzung von irgendetwas. Seine größte Stärke ist unserer Ansicht nach zugleich sein romeroischster Zug: Er stammt von jemandem mit einer Haltung dazu, wer die Nacht überlebt. Wer das Genre liebt, sollte mit realistischen Erwartungen einschalten: erst Wärme und Humor, dann Schrecken. Auch wenn er beim Biss nur halb liefert, sehen wir ein Erbe lieber so weitergereicht als über die Pipeline einer wiederbelebten Marke. Von einer Krönung sollte man nur nicht sprechen, bevor der Gore der Ambition entspricht.
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