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Moviesfera-Redaktion
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The Gilded Age übersteht die Abgänge, wenn HBO aufhört, Namen zu zählen

Staffel 4 verliert vertraute Gesichter, doch die eigentliche Probe ist, ob eine Serie mit riesigem Ensemble beweisen kann, dass es nie nur um ein paar Stars ging.

Veröffentlicht
27. Oktober 2026
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3 min
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KI-generiertes Bild

Ist The Gilded Age eine Serie über Figuren oder über eine Handvoll berühmter Gesichter? Staffel 4 wird diese Frage beantworten, ob es HBO gefällt oder nicht.

Die neue Staffel startet mit zwei bemerkenswerten Abgängen. Wie Screen Rant unter Berufung auf Deadline berichtet, werden Patrick Page (George Russells skrupelloser Sekretär Richard Clay) und Sullivan Jones (T. Thomas Fortune, Peggys früherer Redakteur und Love Interest) in Staffel 4 nicht zu sehen sein. Beide waren seit Staffel 1 dabei. Die achtteilige Staffel, die 1886 spielt, startet am Sonntag, dem 1. November bei HBO und HBO Max.

Die Abgänge schmerzen dort, wo die Handlung sitzt, nicht auf den Plakaten

Hier wird es unbequem. Pages Clay war ein Hauptverdächtiger bei den Schüssen auf George Russell, seine Abwesenheit bringt den Handlungsstrang „Wer hat auf George Russell geschossen?“ daher in eine heikle Lage. Fortune wiederum wurde zum verschmähten Liebhaber, als Peggy begann, sich mit ihrem jetzigen Verlobten Dr. William Kirkland zu treffen. Das sind keine Zugpferde auf dem Plakat, aber unserer Ansicht nach tragende Wände der Erzählung.

Das ist unser erstes Argument: Ensemble-Serien sterben nicht, wenn ein Hauptdarsteller geht, sie geraten ins Wanken, wenn das Bindegewebe wegfällt. Das Rätsel braucht eine Antwort, und der Peggy-Strang muss in ein, zwei Sätzen erklären, warum ein früheres Love Interest einfach verschwunden ist. Screen Rants eigene Vermutung lautet, Fortune müsse zwischen den Staffeln „die Niederlage akzeptiert haben“. Das ist ein Achselzucken, und wir glauben, dass das Publikum ein Achselzucken genau einmal hinnimmt.

Der Schwerpunkt der Serie bleibt erhalten

Die Menschen, die diese Serie tatsächlich prägen, sind weiterhin dabei. Die Kurzbeschreibung stellt Bertha (Carrie Coon) und Agnes (Christine Baranski) in den Mittelpunkt, während Marian (Louisa Jacobson) und Peggy (Denée Benton) ihre eigenen Handlungsbögen verfolgen. Morgan Spectors George ist weiterhin im Spiel, ebenso Cynthia Nixon, Harry Richardson und Taissa Farmiga. Deadlines Fotogalerie vom roten Teppich der New Yorker Premiere nennt für Staffel 4 eine Besetzung aus Dutzenden Namen, darunter Broadway-Größen wie Audra McDonald und Kelli O'Hara, dazu eine lange Liste von Neuzugängen: Jim Gaffigan als Präsident Grover Cleveland, Dennis Haysbert, Elizabeth Marvel, Adrienne Warren.

Das ist der Beleg für unsere These. Eine Serie mit so vielen festen Figuren wirkt darauf angelegt, Abgänge aufzufangen. Julian Fellowes, der Schöpfer von Downton Abbey, hat sie mit derselben Struktur aus Herrschaft und Dienerschaft aufgebaut, und diese Struktur ist im Grunde eine Maschine zum Austausch von Gesichtern. Die Sorge, dies sei ein Vehikel für ein paar Namen, ist unserer Ansicht nach übertrieben. Die Rivalität zwischen den Russells und den van Rhijns ist der Motor, und er läuft.

Als Neustart begreifen und die neuen Gesichter gut nutzen

HBO kann punkten, wenn es bewusst vorgeht. Staffel 3 endete damit, dass sich die Russells trennen, Larry und Marian wieder zueinanderfinden, Peggy mit Dr. William Kirkland verlobt ist und Ada die Finanzen in der Hand hat, wie der Rückblick von Collider darlegt. Das sind viele frische Figuren auf dem Spielfeld. Das Aufräumen alter Nebenhandlungen schafft Platz für sie.

Das Risiko ist die entgegengesetzte Versuchung: die Staffel mit Gaststars vollzustopfen (einschließlich eines amtierenden Präsidenten) und sie als Event-Besetzung statt als Teil der Geschichte zu behandeln. Ein berühmtes Gesicht an Agnes' Esstisch ist für eine Folge unterhaltsam. Es ersetzt keine Figur, der man drei Staffeln lang gefolgt ist. Wir sähen lieber, dass die Serie ihre Sendezeit dafür nutzt, Peggy zu vertiefen, deren Handlungsbogen laut Regisseurin Salli Richardson-Whitfield damit endet, dass ihr eine wichtige Rolle in der Geschichte zukommt, statt Cameos hinterherzujagen.

Unser Urteil

Zwei Abgänge sind ein Belastungstest, kein Todesurteil. The Gilded Age hat das Format, die zentrale Rivalität und eine tiefe Bank, um ihn zu bestehen, sofern die Drehbuchautoren die losen Fäden schließen, statt sie mit Floskeln abzutun. Wenn das Clay-Rätsel in den ersten Folgen eine echte Antwort bekommt, glauben wir, dass der Neustart beabsichtigt ist. Wird es stillschweigend fallen gelassen, wären Zweifel an einem Ensemble, das nur dem Namen nach eines ist, berechtigt.

Unser Rat: Am 1. November einschalten und den ersten beiden Folgen etwas Geduld schenken. Das Finale läuft laut Collider am 20. Dezember, womit die Serie acht Folgen Zeit hat zu beweisen, dass das Ensemble von Anfang an der Star war.

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