DCs Constantine-Wette ist klug, wenn sie Keanu vergisst
Ein Constantine-Film von Francis Galluppi, dem Autor von Evil Dead Wrath, deutet an, dass DC bereit für echten Horror ist. Das klappt nur mit klarem Ton und ohne Nostalgie-Umweg.
KI-generiertes Bild
Ist DC endlich bereit, uns das Fürchten zu lehren, oder sammelt das Studio nur Genre-Etiketten? Die Nachricht, dass ein neuer John-Constantine-Film mit Francis Galluppi als Autor in Arbeit ist, ist das Interessanteste, was das DCU getan hat, seit es Ankündigungen aufeinanderstapelt. Und es ist gerade deshalb interessant, weil es nicht das ist, was man erwartet: noch ein Spektakel mit Umhang und Strahlen am Himmel.
Was wir wissen, und das ist nicht viel
Wie Deadline berichtet, hat DC Studios einen John-Constantine-Film in Entwicklung. Galluppi, Autor und Regisseur von Evil Dead Wrath, soll das Drehbuch schreiben. Laut Flickering Myth geschieht das noch vor einer offiziellen Freigabe. Die von uns gesichteten Medien sagen, das Projekt befinde sich in einem sehr frühen Stadium. Weder Regisseur noch Besetzung sind bekannt, und DC Studios hat eine Stellungnahme abgelehnt.
Unklar ist auch, ob es sich um einen Teil des DCU oder um einen eigenständigen Film im Stil von Elseworlds handelt. Hipertextual merkt an, die Nachricht komme etwa zwei Wochen nach dem Kinostart von Clayface, und Flickering Myth zufolge hält sich dieser Body-Horror-Film weiter stark an der Kinokasse.
Horror ist der günstigste Weg, sich abzuheben
Unser Argument: Im Horror kann sich ein Superhelden-Universum abheben, ohne ein Vermögen auszugeben. Clayface wies bereits in diese Richtung. Constantine, ein zynischer Okkult-Detektiv und gelegentlicher Betrüger, ist der naheliegende zweite Schritt. Die Figur lebt von Grauen, faulen Deals und moralischem Dreck, nicht davon, immer größere Schurken zu verprügeln.
Galluppi wirkt wie eine vernünftige Wahl. Polygon weist darauf hin, dass sein Debütfilm The Last Stop in Yuma County Sam Raimi dazu brachte, ihn persönlich für Evil Dead Wrath auszuwählen, der laut Flickering Myth am 7. April 2028 starten soll. Aus unserer Sicht ist das ein Filmemacher mit Genre-Erfahrung und ohne Superhelden-Ballast, und das ist gut so.
Das Risiko: Das Etikett „Horror“ wird zum Marketing-Aufkleber. Ein Constantine-Film, der in Wahrheit ein jugendfreies Fantasy-Abenteuer mit Trenchcoat wäre, würde die Figur verschwenden. Meint DC es ernst, sollte es sich auf einen Ton mit Zähnen festlegen, am besten mit einer Größenordnung, die Risiken erlaubt. Das ist unsere Präferenz, nichts, was die Quellen versprechen.
Der Keanu-Umweg ist die eigentliche Falle
Der Constantine von 2005 mit Keanu Reeves ist ein Kultfilm, und Fans fordern seit Jahren eine Fortsetzung. Hobbyconsolas beschreibt dieses Projekt als quälend langsam vorankommend. Polygon ergänzt, Peter Stormare habe gesagt, Reeves sei mit dem Drehbuch unzufrieden gewesen. Außerdem verweist Polygon darauf, dass James Gunn im vergangenen Jahr sagte, er und Reeves hätten immer wieder miteinander gesprochen, ohne ein Drehbuch in der Hand. Polygon liest das neue Projekt als Zeichen, dass die Fortsetzung möglicherweise gestrichen wurde. Das ist seine Schlussfolgerung, keine bestätigte Tatsache.
Unsere Ansicht: Gut so, im besten Sinne. Eine Legacy-Fortsetzung würde den Film in Richtung Fanservice und eines tonalen Kompromisses mit einem Film von 2005 ziehen. Ein Neustart lässt Galluppis Drehbuch bestimmen, was ein Constantine im DCU ist. Hipertextual zufolge deuten erste Anzeichen auf eine neue Version hin, und die Hoffnungen auf Reeves schwinden.
Das heißt nicht, dass Reeves nie auftauchen könnte. Doch wenn er im ersten Akt als Augenzwinkern erscheint, droht der Film zur Wiedersehenstournee statt zum Horrorfilm zu werden.
Unser Fazit
Unterstützen Sie den Neustart. DC sollte das Budget diszipliniert halten und Galluppi etwas Fieses, Witziges und Britisches schreiben lassen. Früh sollte geklärt werden, ob der Film innerhalb oder außerhalb des DCU spielt, denn Unklarheit trübt den Ton. Dann sollte jemand besetzt werden, der nicht da ist, um uns an 2005 zu erinnern. Solange es weder Regisseur noch Freigabe gibt, ist das Ganze vielversprechend, aber nicht gesichert. Als Richtung ist es dennoch die richtige.
Noch keine Themen: Eröffne das erste.
Weitere Artikel
Disneys Rückkehr zum Handgezeichneten ist klug, aber ein Film ist noch keine Wiederbelebung
Disney holt 2D für einen neuen Film zurück – mehr als Nostalgie: Ein eigener Look schlägt den CGI-Einheitsstil des Hauses. Doch das Studio muss beweisen, dass es das wiederholen kann.
Flanagans Exorzist funktioniert nur, wenn er Friedkin nicht kopiert
Mike Flanagan und Scarlett Johansson können einen weiteren Exorzisten rechtfertigen – aber nur, wenn Martyrs eigenen Schrecken erzeugt, statt alte Franchise-Tricks aufzuwärmen.
Reys Rückkehr zu Star Wars braucht eine Geschichte, nicht nur einen Titel
Berichten zufolge könnte Episode X zwei Filme in einem vereinen und Rey zur Mentorin machen. Ohne echte Idee drückt Lucasfilm aber nur wieder den Nostalgie-Knopf.
Alien könnte zu Prometheus zurückkehren: Ideen behalten, Ballast abwerfen
Der nächste Alien-Film wendet sich Berichten zufolge von Romulus ab und knüpft an Prometheus und Covenant an. Das Wagnis lohnt sich nur, wenn der Ehrgeiz bleibt und die Gewohnheiten verschwinden.



